21.10.2011 – Ist „paperless office“ immer noch ein Mythos? Wird das papierlose Büro in der heutigen Zeit, in der die Wirtschaft zunehmend in Richtung Umweltschutz umdenkt, mehr und mehr zu einer sinnvollen Strategie?
Akteure der Wirtschaft, Politik und des Umweltschutzes wissen schon lange, dass der Papierverbrauch in den Büros sehr hoch ist und weiter steigt. Im Gegensatz zu vergangenen Zeiten, in denen man Texte mit einer einfachen Schreibmaschine verfasste und das Kopieren von Texten nur über ein Abtippen derselben auf der Schreibmaschine bzw. mithilfe mehrerer Durchschläge verwirklicht werden konnte, legt man heute das Schriftstück auf einen Scanner oder Kopierer, gibt die gewünschte Menge ein und vervielfältigt somit die Texte, was ohne größeren Aufwand zu bewerkstelligen ist. Lediglich die Investition in ein solches Gerät ist erforderlich. Natürlich macht sich kaum jemand während der Vervielfältigung eines Schriftstückes Gedanken darüber, was durch diese Tätigkeit alles bewirkt wird und welche Kosten verursacht werden. Laut einem Bericht von JuOfficeWorkers, welcher auf juofficeworkers veröffentlich wurde, werden derzeit im Durchschnitt pro Kopf für den Papierverbrauch in deutschen Büros ca. drei Bäume pro Jahr gefällt und dies nur für die Papierherstellung. Der deutsche Baumbestand und auch das zu recycelnde Altpapier reichen hierfür nicht aus, sodass man zur Deckung des Bedarfs gefällte Bäume aus dem Ausland importiert oder Halfagras verwendet.
Holz ist weltweit ein knapper Rohstoff, wenn man bedenkt, dass aus diesem Material auch andere Produkte wie z.B. Möbel hergestellt werden. Halfagrass ist sicherlich nicht so knapp wie Holz, allerdings benötigt man hierfür Platz, wodurch dann andere Ressourcen weichen müssen. Die aktuelle Situation wird dadurch nur beschönigt aber nicht verbessert.
Einen Großteil der Texte, welche täglich vervielfältigt werden, können per Email weitergeleitet werden. Mit einem Dateiformat wie z.B. PDF ist es möglich, Texte vor ungewollten Veränderungen zu schützen. Diese Texte sind auf jedem Computer lesbar. Heutzutage kann man davon ausgehen, dass nahezu jeder Zugriff auf einen Computer hat. Ohne diesen könnten Texte gar nicht mehr verfasst werden. Eine Emailadresse ist leicht erhältlich und ein PDF-Reader wird kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Kosten für eine Investition, um das Übermitteln der Texte von der Papierform auf eine digitale Form umzustellen, sind am Anfang groß, haben aber kaum Folgekosten.Der Computer selbst kann über eine Abschreibung refinanziert werden und die Kosten für eine Emailadresse sind in den Kosten für die Unternehmens-Homepage enthalten. Abgesehen davon gehört das zuvor Aufgezählte inzwischen zur Standartausrüstung eines jeden Büros. Bezüglich der Nutzung von Papier gibt es allerdings reichlich versteckte Kosten. Zum einen entstehen Kosten für das Papier und die Farbe. Zum anderen entstehen Mitarbeiterkosten. Zwischen der Zeit, die man zum Versenden einer Email und der Zeit, die man zum Verteilen von Unterlagen benötigt, besteht ein großer Unterschied. In einer Papierunterlage stecken also eine Menge unnötiger laufender Kosten, welche reduziert werden können. Dies freut nicht nur das firmeninterne Controlling sondern schont nebenbei auch die Umwelt.
Mit Hilfe des sinnvollen Einsatzes der neuen Medien im papierlosen Büro können nicht nur liquide Mittel gespart sondern nebenbei auch die Umwelt geschont werden. Die der heutigen Zeit und Siuation gerecht werdende Arbeitsweise des Green Controlling (auch Greening genannt), welches selbst für Unternehmensberater immer interessanter werden dürfte, versucht diese Vorgehensweise im Hinblick auf das Zusammenwirken von ökonomischen und ökologischen sowie sozialen und kulturellen Faktoren zu berücksichtigen. Im Vordergrund stehen dabei immer Kostensenkung, Ressourcen- und Umweltschonung.
Ein Mythos ist „paperless office“ längst nicht mehr. Vielmehr hat es sich immer weiter zu einer wirkungsvollen Strategie entwickelt. Für die Umsetzung sind lediglich ein Umdenken und ein Loslösen von alten Gewohnheiten notwendig.
Autor: Eike Jungen, JuOfficeWorkers